Berthold Beitz ist tot!

Er war ein großer Mann der deutschen Wirtschaft

Am 30. Juli 2013 starb Berthold Beitz im Alter von 99 Jahren. Der Vorsitzende des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung wäre am 26. September 100 Jahre alt geworden. Jetzt ist er in seinem Ferienhaus in Kampen auf Sylt friedlich eingeschlafen.

Bereits zu Lebzeiten wurde er zur Legende. Er war einer der wichtigsten Macher der deutschen Nachkriegsgeschichte und hatte bis zuletzt das letzte Wort im Stahlkonzern Thyssen-Krupp.

1953 holte ihn Alfried Krupp von Bohlen und Halbach als persönlichen Generalbevollmächtigten zu Krupp. Berthold Beitz wandelte den Konzern nach dem Erbverzicht des Sohnes Arndt von Bohlen und Halbach in eine Kapitalgesellschaft um und führte den ehemaligen Rüstungskonzern wieder an die Spitze der deutschen Wirtschaft.

Er verhinderte nach Kriegsende die Zerschlagung des Stahl-Konzerns. 1970 wurde er Vorsitzender des Aufsichtsrates der Friedrich Krupp GmbH, seit 1999 war er Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates des ThyssenKrupp-Konzerns.

1913 wurde Berthold Beitz in Zemmin in Vorpommern geboren. Für sein Engagement für die Versöhnung zwischen den Völkern erhielt er zahlreiche Preise. So wurde er mit dem Staatspreis NRW für "herausragende Verdienste" für Völkerverständigung sowie dem Lew-Kopelew-Preis ausgezeichnet. 1973 erhielt Berthold Beitz den Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern" von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israe, 2008 erhielt seine Ehefrau Else (93) diesen Titel ebenfalls: Die Eheleute retteten im Zweiten Weltkrieg mehreren hundert Juden das Leben, indem Beitz sie als unentbehrlich einstufte und in einer galizischen Erdölfirma einsetzte, deren Geschicke er von 1941 bis 1944 leitete.

Zeit seines Lebens dachte Berthold Beitz nie ans Aufhören: Niemand werde ihn dazu bringen, seinen Schreibtisch zu räumen. Jetzt ist sein Schreibtisch leer....