Sinn-Flut oder Sinn-Los?!

Wer zur Zeit an der alten Stadtbücherei (oder dem, was derzeit noch davon übrig ist) vorbeikommt, wird sich vielleicht noch durch das an der Giebelwand prangende Logo an die Veranstaltungen erinnern, die dem Gebäude noch im letzten Jahr Leben eingehaucht haben. Doch auch dieses Kapitel Mülheimer Stadtgeschichte wird bald geschlossen, denn längst haben die Abrissbagger ihr Werk begonnen und machen auch die alte Stadtbücherei gnadenlos dem Erdboden gleich.

Sie schaffen Platz - doch wofür? Ist es nicht so, dass auch dieses Teilstück des Ruhrbania-Projektes auf wackligen Füßen steht? Hat die Stadt tatsächlich die Garantie, dass die dort geplanten Investitionen auch erfolgen? Trotz aller Beteuerungen mag man dies nicht so recht glauben. Zu oft erwiesen sich die hochtrabenden Träume Wühlheims ... pardon - Mülheims natürlich - als Seifenblasen, die einfach so zerplatzten und nichts als bitteren Nachgeschmack hinterließen. Die kritischen Stimmen, die diese überdimensionierten Projekte begleiteten, haben schon zu oft Recht behalten, als dass der Bürger immer weiter alles klaglos schlucken würde.

A propos überdimensioniert: wurde nicht eben erst der Overfly an der Konrad-Adenauer-Brücke in einer Hauruck-Aktion abgerissen, weil er unter anderem überdimensioniert gewesen sei? Da ist man doch versucht zu fragen, was noch so alles in Mülheim überdimensioniert ist und bald der Abrissbirne zum Opfer fallen könnte.....

Die Mülheimer Innenstadt - einst beschauliches ruhiges Fleckchen, gleicht derzeit eher einem Trümmerfeld nach einem Terrorangriff. Die älteren Einwohner müssen sich in ihre Jugendzeit zurückversetzt fühlen, mit dem Unterschied, dass seinerzeit Bomben vonnöten waren, um der Stadt dieses Aussehen zu geben.
Es bleibt die Hoffnung, dass Mülheim in hoffentlich naher Zukunft von den Umbauarbeiten profitieren wird.